Einstürzende Altbauten

Schon komisch, was in den letzten Jahren an verklärten Rückblenden zum seligen Restberlin so zusammengeschnipselt wird. Soll wohl so aussehen, als ob die Musikszene nur so brodelte und lauter schöne Menschen dauerbekokst die Nacht zum Tag gemacht hätten. In Wirklichkeit bestand die Bevölkerung der Mauerstadt bis kurz vor Nineteen-Ninety eigentlich fast nur aus Tattergreisen und einer Handvoll Zugereister Studenten, Wehrdienst und sonstiger Arbeit Verweigerer. Natürlich sind die paar Macher von früher jetzt kurz vorm Rentenalter und was liegt da näher, als der Jugend von heute was vorzugaukeln, was im Nachhinein natürlich kaum nachprüfbar ist. Dabei kommt ein notorisch reflektives EN-Malaria-Ärzte-Nena-Ideal Potpourri bei hinten raus, wo punkrockige Unwichtigkeiten wie PVC, White Russia, Betoncombo usw. einfach ignoriert werden. Das alles mit einer ganz kleinen Prise Rattay-Doku und Reeders oberpeinlichen Uniformfetisch. Bla Bla. Am Schluss ist ja sowieso auch nur noch Rave angesagt, es lebe das MfS. Friede Freude Eierkuchen.

Kapitalismus als äußerst unterhaltsame Realsatire

Ein Veranstaltungshinweis.

Klaus Stern ist mit seinem Film „Versicherungsvertreter” seiner Ausnahmerolle unter Deutschlands Dokumentarfilmern erneut gerecht geworden: Auf zurückhaltend-unterhaltende Art und anhand weniger Protagonisten schafft er es, komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge zu erklären.

Essen und Lachmuskeltraining gegen Spende – all das ab 20 Uhr in der Groni50.

Wir freuen uns auf euch!

Morgen, Dienstag
KüfA -02.06.2015

Kino-Tipppppp

Nach so einigen Aspirin und Dosenbier versucht Brenner sich mit der Walter PPK die Migräne wegzuschießen. Langsam tauchen dann auch wieder die Erinnerungen aus den Siebzigern auf. Banküberfall und Urlaub in Jugoslawien.
Dr. Irrsiegler (die Tochter von Maritschi) geht einen Barockspiegel kaufen. Ihr Mann und 33% Vater Aschenbrenner wird von Köck erpresst und so räumen die beiden mal eben mit der Vergangenheit auf. Nur Inspektor Heinz durchschaut das böse Spiel und wird auch noch beseitigt.
Überraschend nach zwei Stunden rabenschwarzem Krimi der halbwegs versöhnliche Schluss.

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_ewige_Leben_(Film)

Jeder dreht mal durch!

Kurzkritik

***** Pasternak
Durchgefallener Musikstudent rächt sich an alle seine Peiniger inklusive Eltern. Genialer Vorfilm, kurzweilig inszeniert.

* Die Ratten
Arrogantes Arschloch ist resistent gegen Gift, und muss stattdessen zu Ragout verarbeitet werden. Etwas arg blutrünstig übertrieben.

***** Der Stärkste
Überholmanöver, Reifenpanne und aufs Panzerglas geschissen. Am Schluss beide verkokelt. Schwarzer Humor der Extraklasse.

* Bömbchen
Auflehnung gegen staatlichen Bürokratismus, den Witz dahinter verstehen wahrscheinlich nur Autofahrer.

***** Der Vorschlag
Gut dargestellt korrupte Beamten und Geldgier. Das tragische Ende des Gärtners ist fast vorhersehbar.

* Bis dass der Tod uns scheidet
Nicht wirklich originelle Hochzeitsorgie. Einen Punkt für die schöne Klezmermukke.

http://es.wikipedia.org/wiki/Relatos_salvajes

Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach

Freut mich zu hören, dass es euch gut geht. Heute ist zwar nicht Freitag, sondern Donnerstag, aber Gevatter Einzahn will auch nur, dass wir ein wenig Spaß haben. Und wo gibt es sonst Starkbier und Krabbensandwich für umme, wenn einer tot umfällt. Derweil kriegt jeder einen Schnaps, der Hinke-Lotta in ihrer Kneipe in Göteborg einen Kuss gibt.

Manche von uns müssen morgen früh aufstehen.

Liebe, Tod und Teufel

Nach „Gegen die Wand“ und „Auf der anderen Seite“ der letzte Teil der Trilogie von Fatih Akın. The Cut behandelt den Völkermord an den Armeniern und flimmert entsprechend schwermütig über die Leinwand. Leider birgt das Thema denn auch wenig Abwechslung. Nachdem wir eine Stunde Wüstensand überstanden haben, Nazaret die Nichte erlöst hat und irgendwann sogar der Krieg zu Ende ist, muss noch die Schiffstoilette von Erbrochenen gereinigt werden. Und Baba von Kuba über Florida nach North Dakota reisen, nur um wenigstens eine der verlorenen Töchter wieder zu finden. Amen.