Kinderpornographie

Meinetwegen kann hier jeder (egal ob er nun „Katzenfreund“ ist oder „Rumtrauben“ heißt) zu fast allen Themen seine Kommentare abgeben. Und wenn sich irgendwer beleidigt fühlt, ist mir das ehrlich gesagt auch egal. Solcherart Einträge werden sowieso innerhalb kürzester Zeit gelöscht.
Anfrage an den Sender Jerewan: „Gibt es in diesem Weblog eine Zensur?“ – „Im Prinzip nein. Es ist mir aber leider nicht möglich, auf diese Frage näher einzugehen.“

Wieditz

Der kleine Neffe hat damals die Sabine zu doll gewürgt. Opa sitzt nun in der Zwickmühle, die er sich selbst gestellt hat. Seine Frau ist auch schon lange tot. Damit die Dorfgemeinschaft nicht zugrundegeht, ist er denn damals mit Töchterchen Paula nach Berlin. Und jetzt, 20 Jahre später liegt er selbst mit Herzschuß auf den Dielen. Ritter und Stark fahren also aufs Land um das ganze Drama aufzuklären. Dafür wird sogar der Gasthof nochmal wiedereröffnet. Nur die Zuckerwürfel sind immer noch rationiert wie zu Ostzeiten (Großartig in meinen Augen: Volksbühnenschauspieler Hendrik Arnst in der Rolle des launigen Budikers).

Honecker, Honecker, Stoltenberg!

Nein, natürlich geht es nicht um den blöden Otto Song. Das ist mir nur so eben rausgerutscht zu dem afrikanischen Massenmörder Idi Amin. Nun gibt es also die Hollywood Version zur Postkolonialzeit der 70er als Geschichtsstunde im massentauglichen Sex & Crime Format. So „Der Mann den sie Pferd nannten“-mäßig an den Brustnippeln aufgehängt das Ganze und gewürzt mit Leichenteilen im Keller des Hospitals. Der letzte König Schottlands dargestellt aus der Sicht des fiktiven Yuppies Nicholas Garrigan. Der kriegt von der Akte-X Agentin einen Korb und schwängert stattdessen ausgerechnet eine der Frauen seines neuen Chefs. Forest Whitaker in der Oscar gekrönten Rolle des Irren und ein paar tausend Komparsen, die anscheinend immer noch auf den Medizinmann warten. Man kann sich ja masochistischerweise den Film antun, aber das nächste Mal will ich doch wieder was Unterhaltsam-Lustiges sehen.

Shutdown Day

Ist ja schon eine ganze Weile angekündigt und wird morgen bestimmt auch nochmal in allen Medien einschließlich dem Internet dran erinnert. Jedenfalls sollen alle ihren Computer ausschalten und zur Abwechslung mal irgendwas Sinnvolles mit ihrer Zeit anfangen. Also zum Beispiel den ganzen Tag Super-RTL gucken. Oder durch eines von diesen tollen neuen Einkaufszentren latschen und konsumieren, bis die Kreditkarte quietscht. Übermorgen darf man dann seinen Rechner wieder anschalten und sich fragen, warum man so ein Idiot ist, der jeden Quatsch mitmacht.

BNF

An dieser Stelle ein kurzer angemessener Nachruf für John Warner Backus, der dieser Tage das Zeitliche gesegnet hat.
IRDISCHES DASEIN ::= ‚Geburt‘ LEBEN ‚Tod‘
LEBEN ::= ‚Schule‘ ARBEIT RUHESTAND
ARBEIT ::= ‚Forschung‘ | ‚Lehre‘
RUHESTAND ::= ‚Erkenntnis der philosophischen Weisheit‘

Stange Wasser in die Ecke stellen

Thiel will eigentlich nach Dakar und hat den Rucksack geschultert, doch der Flieger ist schon weg. Deshalb leistet ihm wieder mal Professor Boerne ausgiebig Gesellschaft, denn der hat zum Gerichtsmedizinerkongress eine Kollegin bei sich einquartiert, die lieber alleine mit aufgeschnittenen Pulsadern in der Badewanne liegt. Währenddessen spukt der Leichenpaparazzo bei Silke Haller und auch im Bestattungsgeschäft „Ruhe Sanft“ herum. Der Inhaber tut zu allem Überfluß denn auch dem Firmennamen selbst die Ehre, nachdem sein kleiner Bruder zu viel getrunken hat. Die Spur führt aber denn doch zu den Grufties. Der bleichen Arzttochter Lucie ihr Vater mit seiner Station in Afrika hat nebenbei einen ziemlichen Frauenverschleiss. Das war denn wohl auch Motiv für den Mord am Anfang.
Soviel oder sowenig zur Handlung, die ich eh nicht mehr ganz zusammenkriege. Aber bei den Folgen aus Münster geht es sowieso mehr oder weniger um das komödiantische Drumherum. Was aber dafür ganz besonders unterhaltsam ist.

Freiberg/Wolf

Der ehemalige Autohändler sitzt im Rollstuhl und will, daß seine Frau statt Steaks diesen Abend lieber Gemüseauflauf macht. Doch dazu kommt sie nach der Arbeit nicht mehr.
Die schöne MTA hat irgendwann ihren Job verloren und firmiert nun unter Weiblich-reife Dienstleistungen. Zufälligerweise gerät sie an den S/M Kunden ihrer verschnupften Kollegin. Auch die Zuhälter sind auf dem Gelände und sorgen für blutige Nasen und gebrochene Rippen. Und dann ist da noch der Fotografie-bewanderte Hausmeister. Der ist verliebt genauso wie Kommissar Casstorff vor etlichen Jahren. Und auch der nachfolgende Autohausleiter ihres Mannes.
Ziemlich wirres Hin und Her mit den ganzen Verdächtigen, nachdem sie am Bett gefesselt erstickte. Pünklich um 21:32 Uhr erfahren wir aber, daß es der Sohn war, der ihr mittels Bettdecke letztendlich den Atem raubte.

Bellende Fledermäuse

Im Jugendklub WEISSE ROSE ist Flower Power Rock angekündigt. Aber erstmal kommen „Sunny Side Up“ auf die Bühne und braten uns herzhaft ein paar Spiegeleier in ordentlicher Country Manier über.sunny-side-up.jpg
Musikalisch ganz nett, aber von der Dynamik her vielleicht ein bisschen sehr statisch. Dafür stimmt aber die Songauswahl. Bob Dylan, John Denver und die Eagles. Besonders schön auch die Interpretation eines Instumentals von Earl Scruggs.

Dann geht es wie versprochen 60er Jahre-mässig etwas härter zur Sache mit den Barking Bats. Gekonnt werden die Hits aus dem Oldieradio gecovert. The Searchers, Rolling Stones, The Beatles. The Box Tops, Rolling Stones, Jimi Hendrix – und so weiter. barking-bats.jpg
Schöne Party auf jeden Fall. Auch der Jugend gefällt es. Wahrscheinlich weil es ehrlich ist. Nicht ganz so Revival bemüht oder Strassenfestdurchfall, wie sonst die Schiene so abläuft. Stattdessen astreine Vokals, knackige Bassläufe, authentische Gitarrenriffs und Günter Grass am Keyboard 🙂

Laune des Schicksals

Einer meiner All-Time Lieblingssongs von Dylan ist „Simple Twist of Fate“. Mindestens in drei Versionen des Meisters selbst. Auf Blood on the Tracks, Rolling Thunder Revue und natürlich Live At Budokan. Die schönste Interpretation ist aber von King Candy, finde ich. Die Lyrics sind einfach großartig, auch wenn es nur eine einfache Geschichte ist. Irgendwann habe ich auch meine Ring verloren. Aber nicht die Liebe. Und genau davon erzählt das Leben.