Beat und Surf Wochenende

Frisch aus dem Posteingangsordner mal wieder ein bzw. gleich mehrere Veranstaltungshinweise von Mike Korbik:29_2_web.jpg
Hallo liebe Freunde elektrisch verstärkter Beatmusik!
das kommende Wochenende bietet jede Menge Spaß und Unterhaltung!
Am Freitag 29.2. sind The Subcandies aus Wien in der Stadt. Ihre erste LP stellen sie im Roadrunner’s in der Saarbrücker Str. 24 im Prenzlauer Berg vor. Mit dabei ist auch die Berliner Rhythm & BeatORGANisation sowie Amanda Storey, Mr. Blowfish und Mike Korbik an der Diskothek! Los geht’s um 22 Uhr – bis 22:30 gibt’s Frühbucher Rabatt!
Am Sonnabend 1.3. habt Ihr die Wahl zwischen The Weirdo Stompers mit Big Beat, Mondo Surf und HullyGully im Rickenbacker’s Music Inn in der Bundesallee 194 in Wilmersdorf – Beginn 21 Uhr
oder Beautiful Mountain mit Westcoast Rock, Blues & Rock’n’Roll bei der „Born To Be Wild“ Jahresfete im Haus der Jugend Albert Schweitzer, Am Eichgarten 14, in Steglitz, Beginn 20 Uhr
Für Lankwitzer ist Letzteres Pflicht!

Elektroschrott

Ein Grund, sich den heutigen Tatort anzugucken, war, daß er diesmal aus dem schönen Hamburg kam. Während in der Realität von wegen Bürgerschaftswahl also schon alles entschieden scheint, obwohl die Stimmen noch gar nicht ausgezählt sind, ist im Krimi der Innensenator erstmal mit der Erziehung seiner Tochter überfordert. Der Fair Global Pastor tritt dank Totschläger auch gleich am Anfang ab, und dann wird noch Frau Staatsanwältin von der Roten Armee Fraktion entführt. Später erfahren wir, daß die noch kriminelleren Hintermänner in Seattle sitzen und deshalb das mit dem grünen Punkt nicht so ganz einfach zu kontrollieren ist. Dafür gibt es dann noch eine kleine Schießerei im Freihafen zwischen den Containern und irgendwo in der dritten Welt fällt ein Sack Kaffee um.

I’m Not There

Mit reichlich Vorschußlorbeeren und überschwenglich positiven Kritiken startete diese Woche das neueste Pseudo-Dylan-Biopic. Aber irgendwie scheinen, wie die Liste der Produktionsfirmen im Vorspann schon erahnen lässt, ein paar Köche zuviel an dem cineastischen Brei gekocht zu haben. Ständig wechselt die Handlung zwischen buntem Ehedrama und nachgedrehter Grobkorn-Dokumentation. Und dann driftet der Streifen auch noch ungewollt in die Satire ab. Oder was sollen die Interviews mit Alice Fabian aka. Joan Baez? Ganz schlimm auch Richard Gere als Billy the Kid mit einem Köter namens Arthur. Wenn man mal von zwei Figuren absieht, die den Film noch einigermaßen aus dem Hollywood Kitsch reißen (wirklich toll: Cate Blanchet als Jude Quinn und Marcus Carl Franklin als Woody Guthrie Jr.), kann man sich das Machwerk also genausogut schenken. Und lieber die wundervolle Autobiographie lesen, die es bei Wohlthat’s inzwischen für 7,99 auf dem Grabbeltisch gibt.

Der mit dem Wolf tanzt

Kleptomanin aus reichem Hause gerät an Kaufhausdetektiv, dessen Tochter zufälligerweise auf dasselbe Internat geht. Zur Strafe schwimmt sie kurze Zeit später erwürgt in der Kombibox irgendwo im Sumpf. Und ihr Handy ist unterwegs per Post nach Antalya. Borowski nähert sich psychologisch klug dem Täter, welcher in der Aussichtslosigkeit seiner Situation dann aber doch am Ende zur Axt greift und sich erst dem finalen Rettungsschuss ergibt.
Interessanter Tatort. Geradlinig erzählte Story, nicht so verworren geheimnistuerisch wie sonst, und vielleicht gerade deshalb ganz spannend.

Schneckensex


Eigentlich ist das mit dem Valentinstag bloß wieder so ein überflüssiger Import aus Amiland, der nüchtern betrachtet wohl in erster Linie der Floristengilde zugute kommt. Aber gegen die Liebe an sich ist ja nichts einzuwenden. Und deshalb passt das Filmchen doch wieder ganz gut (ab 18).
[via]

Naturtrüb, ungefiltert

Am Samstag war im Brauhaus Südstern ein kleines feines Konzert von Nadja Petrick. Und so kam man an diesem Abend nicht nur in den Genuß leckeren hausgebrauten Bieres, sondern auch feinsinniger Country- und Bluesmusik.
Zwischen den rockigen Uptempo-Nummern immer wieder die obligatorischen Liebeslieder eher melancholicher Natur. Weshalb das Pärchen am Tisch vor uns dann auch lieber rumknutschte und gottseidank aufgehört hat, laut rum zu labern. Im Halbkreis um die Bühne der restliche Fanclub und vorne am Fenster zwei türkische Mittdreiziger, die sich mit der dritten oder vierten „Heller Stern“-anderthalb-Liter-Karaffe vergnügten.
Im zweiten Set noch mehr tolle Songs von der neuen CD. Und als Zugabe auf Wunsch des Publikums der heimliche Hit „Too Much Liquor„, auch wenn’s thematisch nicht ganz so mehr passt, in Bezug auf das seit Anfang des Jahres zwangsverordnete eher nüchterne Nichtraucher-Ambiente. Kreuzberger Nächte sind jetzt eben wieder kürzer. Dafür aber vielleicht auch gesünder.

Denglish/Deutsch

Tagtäglich stolpert man über so komische Phrasen, ohne dass man richtig verstehen tut, worum es eigentlich geht. Deshalb hier mal ein paar Erklärungen, um der Verwirrung noch ein bisschen Vorschub zu verschaffen.
Den Anfang machen drei beliebte Wörter aus der Management/Marketingabteilung (Auf deutsch: die Kollegen mit Labtop (sic!) aufm Schreibtisch) ergänzt um deren einzig richtige Übersetzung:
doku – Sozialporno; Su~ – Ein auf Logik basierendes Zahlenspiel
prio – Reserviertes Symbol in ALGOL 68

quali – Sprachliche Kompet
Für den interessierten Anglophilisten ausserdem noch ein paar Beispiele aus dem RL. Natürlich mit unabdingbarem Hinweis zur Aussprache:
built – Geh‘ Bill dit – gebaut, gebildet (im Sinne von: geformt)
submitted – Zapp‘ mit Titte – eingereicht, vorgeschlagen
locked – Gelockt – schreibgeschützt, verriegelt
error folder – Äh, Rohr voll da – Fehlerordner
feature – Vieh Schah – Merkmal, Eigenschaft, Besonderheit
to delete – Die Lieten – löschen
to pushpuschen – propagieren, energisch betreiben
to chat – Schatten – eine elektronische Unterhaltung führen
padding – Petting – Im Hash möglichst gut vermischte Klartextbits

Schokolade-hoch-drei

Für alle Schokoholiker und überhaupt als glückbringender Lichtblick an diesen grauen Februartagen ist morgen schon im Wedding eine Ausstellungseröffnung der besonderen Art. Neben Variationen von Portraits und unwägbarer Objektkunst verspricht die Verkostung denn auch ganz bestimmt das Sahnehäubchen der Veranstaltung zu werden. Nur dummerweise wohne ich selbst nicht mehr um die Ecke, aber zum Naschen gibt es ja hier in Wilmersdorf immerhin Hamann seine Pralinen. Wenn auch ohne Bilder und Skulptureller Untermalung. Hauptsache, es erfreut Herz, Bauch und Seele (sage ich mal).

Sicherungsbetrag

Warum im Deutschen der Begriff Syndikat immer gleich an Verbrecher denken lässt, ist schon seltsam. Dabei hat die Gewerkschaft doch den Anspruch, die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten, was ja im Grunde genommen gar nicht mal so verkehrt ist. Nur dumm, daß sich ihre Mitglieder gerade aus den Genossen rekrutieren, die sowieso schon zehn Prozent mehr als die neueingestellten Lohnsklaven verdienen. Daran ändert sich nach Adam Riese natürlich auch nichts, wenn jetzt alle 12% Gehaltserhöhung bekommen. Nur die Bonzen im Vorstand müssen sich mit den läppigen 250kEU/anno immer noch ziemlich einschränken. Weil deren Bezüge gerade zufälligerweise vor zwei Jahren um 12% gekürzt wurden. Hat ungefähr eine Million eingespart. Bei solchen Pipifax-Beträgen lacht sich der durchschnittliche Börsenspekulant wahrscheinlich halbtot. Und Wowereit macht erstmal ’ne Flasche Schampus auf.

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