Erntedank e.V.

Zusammen mit Frau Maccaroni hat die Furtwängler sich einen Tatort auf ihren schönen Alpha-Leib geschrieben und heraus ist so eine Art Lindenstraßenkrimi mit Gartenzwergen gekommen. Fast alle Figuren ausser natürlich die Lindholm selbst haben ’ne mehr oder weniger große Macke. Nur der mindestens 15 Jahre jüngere Praktikant ist ihr intellektuell und arbeitsgeil gewachsen und würde sie denn auch am liebsten gleich flachlegen. Stattdessen aber doch nur die Grufti-Party bis zum bitteren Ende – ganz nach dem Motto: Für mich soll’s rote Rosen regnen. Und die Spannungsmomente in Form von Baby bedrohende Mistkäfer, Skelett abnagende Regenwürmer und Scheißfliegen auf Bienenstich lassen uns mittels verjazzten Synthie/Kontrabass Riffs aus der Feder des Grönemeyer Gitarristen fast bis ins Mark erschauern.

Die Reise nach Jerusalem

Eigentlich ist Matthias Deutschmann schon einer der besten Kabarettisten Deutschlands. Aber irgendwie ist mir das Programm doch zu anstrengend. Oder vielleicht das Publikum. Genau jenes wird ja von ihm auch andauernd veräppelt. Wenn z.B. bei einem linksradikalen Seitenhieb seinerseits angeblich ein paar Leute in den Reihen da vorne zu grummeln anfangen. Oder wieder keiner klatscht, weil wohl der Witz schon wieder zu kompliziert war. Kostprobe (sic): Mit den Grünen verhält es sich wie mit dem Eisengehalt im Spinat. Dafür gibt es aber auch ein paar Celloimprovisationen zur Ablenkung. Und hinterher gehen wir noch einen trinken. Entweder den edlen Tropfen des 1991er Jahrgang oder doch nur wieder Berliner Kindl.

Baby You Can Drive My Car

Gestern ist also der „fünfte Beatle“ gestorben. Das war nämlich Neil Aspinall. Einer von den vielen Joints war wohl nicht ganz so gesund. Auch wenn sie den Sgt. Peppers‘ Percussionseinlagen und seinem Gegröhle auf Yellow Submarine maßgeblich zu psychedelischem Glanz verhalfen. Unübertroffen auch die Apple Komposition „So Sue Me„, welche mindestens inspirationsmäßig bestimmt von ihm stammt.
R.I.P.
(Dies ist ein Update zu Let It Be)

Seenot

Mit dem 1 dB zu lauten Boot fährt der Werftbesitzer nochmal raus und will gerade sechs Millionen Drogengeld im Hohlraum verstauen. Stattdessen geht er mal eben über die Reeling und ersäuft. Natürlich war’s der Kollege, der schon vor zwei Jahren seine Frau geschwängert hat. Und die kauft währenddessen Gebissreiniger am langen Donnerstag fürs Alibi. Der Polizist von der Schweizer Amtshilfe ist dann auch noch verdächtig. Was aber nur der Psychose wegen eines Amok-Junkies damals geschuldet ist. Die Hinrichtung Kai Perlmanns am Ende wird auch noch verhindert durch das eindringliche emotionale Gesülze von Klara Blum. Na da kamen uns doch wieder mal fast die Tränen.

Tanzende Elche

Am Samstag noch im Kino gewesen und die neueste Ami-Teenager-Klamotte gesehen. Natürlich ist der Film nicht total scheisse, die Gags im Drehbuch sorgen ja schon für den einen oder anderen Lacher von Herzen. Auch der wohl dosierte Independant-Charme kann seine Wirkung kaum verfehlen. Und die Schauspieler sind sowieso alle ganz lieb. Aber deshalb gleich volle Punktzahl in allen Feuilletons? Ich schätze mal, spätestens in zwei Monaten wird die DVD sowieso beim Bin Doch Nicht Blöd für 4,99 verjubelt. So what …

Goya Club

Im elf Millionen Euro Grab am Nollendorfplatz ist heute ausnahmsweise was los. Richtig so mit Escort Service, Buffet – und der Schampus fließt in Strömen. Aber auch nur, wenn der RBB einen Tatort dreht. Wie sich das gehört für Berlin als Dreh- und Angelpunkt der internationalen Investment Szene, tanzt irgendso ein Hedge-Font-Hengst gleich mal über die Brüstung. Nebenhandlung: Hauptkommisar Ritter trifft auf Puffmutter Kathrin Saß (wie er noch Taxifahrer in Schwerin war, haben die beiden sich mal Winnetou im Kino angeguckt). Jetzt muß aber erstmal der Mörder gefunden werden. Verdächtige gibt es gleich zuhauf. Zum einen die zurückgewiesene junge Journalistin, deren eifersüchtiger Hacker-Freund und dann noch der bestochene Betriebsratsvorsitzende. Währenddessen glaubt Bob aus der amerikanischen Botschaft an einen terroristischen Anschlag. Als Balkonschubser stellt sich aber der schleimige Coach heraus, welcher um seine Provision gezittert hat. Oder weil ihn die schöne Sinologin nicht rangelassen hat. Och ejal.

Nachrufe

Wie ich vorgestern von Zonenklaus-Ede erfahren habe, ist Helga Götze auf einem Kreuzberger Friedhof beerdigt worden. Und auf ihrem Grabstein steht, schätze ich mal: „Ficken ist Frieden“.

(Dies ist ein Update zum Eintrag Rote Liebe vom 20.6.2006)
Ein anderer Freidenker, wenngleich mehr aus der akademischen Ecke, hat auch gerade den Löffel abgegeben. Wobei die ganzen Artikel im Internet zu seiner Person ein einziger Schrotthaufen sind. Genau wie er es befürchtet hat. Wer aber an mehr Interesse hat ausser dem Eliza Quatsch, sollte sich wohl oder übel die Bücher besorgen und wieder mal was Gedrucktes lesen. Auch wenn es sich nicht gleich auf Anhieb durchklickt.

Dummer Computer

Anscheinend ist das Abendland wieder gerettet. Mein Weblog funktioniert wieder. Ganz ohne Polizeischutz darf ich jetzt Karikaturen aller Art hier reinstellen und besonders die Spammer werden sich freuen, daß auch Kommentare sinnloser Art wieder funktionieren. Na denn mal los!