Second Life

Ausgerechnet beim One-Night-Stand mit der Kollegin von der Sitte hat Kriminalhauptkommissar Ivo Batic versagt. Jedenfalls hängt seine Wurst jetzt recht schlaff aus der Semmel. Zur Aufmunterung bzw. rein Ermittlungstechnisch geht’s ab in die Schwulendisko und man tanzt erstmal ein bisschen mit Tim und Tom zu Sparks. Ralfi war nur eifersüchtig, stattdessen hatte Lupo ein Treffen mit dem Profi Shooter aus der Szene. Der hing dann blutleer mit aufgeschlitzter Halsschlagader in der Fensterscheibe. Am Ende war’s der bisexuelle Papa oder aber doch dessen vernachlässigte Gattin bzw. Sohnemann mit geklauem Avatar. Zur Entschuldigung bei den zu Unrecht Verdächtigten gibt es ’ne Pulle Selbstgebrannten und ’nen Klaps auf den Hintern. Fesch san’s die Bayern …

Shenzhou

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Nachdem vorgestern der Lange Marsch die Taikonauten in den kommunistischen Himmel beförderte, wurden die Raumanzüge angelegt und heute EVA ausprobiert. Trotz dem fehlenden deutschen Gütesiegel „GS“ aufgrund der überhöhten Bleiwerte des Raumschiffs von Rudis-Reste-Rampe ist soweit alles gut gegangen. Man will nur hoffen, daß der ausgesetzte Subsatellit im Falle des Verschluckens nicht eine Erstickungsgefahr darstellt.

Der Bleibtreu-Gedeck-Komplex

Begleitend zur völlig überarbeiteten Aust’schen Taschenbuchausgabe kommt der neue Edel/Eichinger Blockbuster in die Kinos. Gerade erst angelaufen und schon entweder in höchsten Tönen gelobt oder aber in Grund und Boden verrissen. Was dann wohl marketingtechnisch auf jeden Fall allerseits Interesse wecken dürfte.
Links von SPD und Grünen feiern heute die marxistischen Genossen von der DKP ihren 40. Geburtstag und haben noch rechtzeitig das Parteiprogramm umgestrickt. Klingt jetzt wieder so ähnlich wie das von PDS/DieLinke. Sind wie selbiger Verein auch immer besonders friedliebend gewesen. Wurde höchstens hie und da mal ein unliebsamer Kritiker, vorzugsweise aus den eigenen Reihen, für 25 Jahre in den Keller gesperrt.
Auf der anderen Seite war der Verfassungsschutz in den Siebzigern auch nicht gerade zimperlich. Womit wir wieder beim Ex-Spiegel Chef angelangt wären. Denn der hat auch mal eine oberflächliche Reportage über den legendären Schmücker Prozess geschrieben. So saß die Rote Ilse von Wolfsburg sieben Jahre in Untersuchungshaft, während sich in der Toskana der V-Mann dem Weinanbau widmete. Zufälligerweise heute vor genau einem Jahr ist unsere selige Anarcho-Feministin am Krebs gestorben.
(Die extremen Links in diesem Eintrag wurden vorsorglich weggelassen; bei eventuellen Unklarheiten sei jedem Einzelnen geraten, selbst in der Ortsgruppe vorsprechen und gegebenenfalls den Diskurs fortzuführen)

Playing With Pink Noise

Die Ausnahmegitarristin Kaki King gestern live im Bang Bang Club. Ovationen von Open Tunings, schlagfertiges Fretslapping und Dan Brantigan bläst dazu abwechselnd EVI bzw. Trompete mit ordentlich Shmutz. Multitap-Delay-Orgien, daß die S-Bahn Brücke nur so wackelt und atemberaubende Fingerpicking Nummern, daß einem geradezu schwindlig wird. Klasse Konzert – wer es verpasst hat, guckt in die Tube.

Apple Mac Music Video

Die Musik ist schon ziemlich belanglos, aber das Geflimmer hat doch was. Noch besser kommt da nur noch die Windows Version.
Ich denke mal, beide Clips sind direkt der Öffentlichkeitsabteilung in Cupertino entsprungen. In Amiland ist ja schon seit Ewigkeiten vergleichende Werbung gang und gebe. Coca Cola vs. Pepsi, Burger King vs. McDonalds, Obama vs. McCain. Eigentlich immer dasselbe. Entweder mehr Zucker, oder weniger Kohlenhydrate. Der Konsument wird nur veräppelt. Die Entscheidung zwischen Margarine/Butter, Beatles/Stones, Pest und Cholera. Wer kann denn noch hinterher glauben, er hätte die freie Wahl gehabt? Solange sich um die absolute Weltherrschaft nur zwei Pseudokonkurrenten streiten und keine dritte Alternative existiert, bleibt doch immer ein fader Nachgeschmack.

A Viertel Sturm

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Stephansdom gespiegelt in der Glasfassade des Bureauxhauses gegenüber. Digicam-Pilgerer in den Gassen der inneren Stadt. Um den Burgring herum, zum Naschmarkt, hinaus bis zum Gürtel und weiter nach Simmering. Straßenbahnen aus fünf Jahrzehnten. Eine Station weiter der Zentralfriedhof. Zurück – Westbahnhof, Neubau, Stiege zu Mariahülf. Am nächsten Tag Regen. Der Praterstern, die Donauinsel, UNO Gebäude Science Fiction, Security, Sparkassa. Umsteigen zur 41A 42A 43A 44A. Fiaker, Einspänner, Sachertorte. Immer wieder Mozart. Wahlplakate mit Jörg Haider. Der Tourettepassant sagt „Scheiß Nazis“. Linie 2 Haltestelle Schwedenplatz, Twin City Liner nach Bratislava.

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Blurt! Means! Blurt!

Unter den Stadtbahnbögen 37&38 ist Livekonzert angesagt. Um 23 Uhr packt also Ted Milton sein Sax aus und intoniert zu repetiven Schlagzeugbeats/Gitarrenriffs seine unnachahmlichen manischen Voices. Langsam spielt sich die Band warm, aber kurz vorm Höhepunkt zeigen die anscheinend unvermeidbaren Schlückchen des Meisters aus dem Whiskyglas doch ihre Wirkung. Zwar schafft er es noch auf den Beinen zu stehen, aber für die erwartete Zugabe mit den Hits „The Fish needs a Bike“ oder gar „My Mother was a Friend of an Enemy of the People“ reicht dann wohl doch die Kraft nicht mehr. Ist aber auch schon ganz schön alt geworden, der Gute.

title=“Ted Milton by michfiel, on Flickr“

(Foto von 1985, aktuellere sind auf der Seite von david murobi zu finden)

1973

Verschickung in den Siebzigern. Nach Bad Salzdetfurth. Es ist genug Natur da und Wiesen sowieso als Spielraum für Kinder aus der Großstadt. Und in den Schlafräumen stehen Betten, aber doch eher für Fünfjährige von der Größe her. Wir vorpubertären Jungs lassen im Waschraum unsere Piepels im Takt der Zahnbürsten schwingen und verstehen gar nicht die bitterbösen Mienen der NSDAPädagoginnen. Irgendwas ist noch übrig geblieben vom tausendjährigen Reich – die Erzieherinnen. Die Rache lässt nicht lange auf sich warten. Es gibt drei Wochen lang Milchreis mit Zucker und Zimt, stundenlang verordneten Mittagsschlaf und Postkarten an die Eltern werden vorsorglich zensiert. Zugeteiltes Taschengeld darf nicht selber ausgegeben werden, sondern wird Souveniermitbringselkrammäßig konsumorientiert transformiert. Genauso kommen wir auch hinterher zuhause an. Als verlorene Brückengeneration – zwischen noch indirekt Hitlerjugend erzogen, teilweise schon antiautoritär Achtundsechziger geschädigt und später deshalb gerade auf sich selbst gestellt.

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