Paradiesvogelschiß

Den Bader mein Hofkomplex, der letztes Jahr nochmal für uns aufgebröselt wurde, konnte man ja getrost in der Pfeife rauchen. Sehr schön umgesetzt hingegen Prechts Erinnerungen, welche gerade vorvorgestern in der Glotze liefen. Fielleicht nicht ganz so fetzig wie die Erlebnisse von Adrian Geiges, der auch mal ein Buch zum Thema geschrieben hat. Wir kurz-vor-68 Geborenen dürfen nochmal unsere Kindheit Revue passieren lassen. Der Dokumentarfilm zeigt vielschichtig von Vietnam- bis Kalten Krieg, wie es so gewesen ist mit Nixon und Barzel an den Hebeln der Macht. Die Interpretation all dessen bleibt weitgehend dem Zuschauer überlassen, so er denn sein Hirn eingeschaltet hat. Als Highlight gibt’s dann auch noch die „skandalösen“ Kinderreime von Peter Rühmkorf, der zufälligerweise gerade gestorben ist, wie der Film im Kino anlief. Hier aber was anderes von ihm, was auch sehr schön ist:

Aufwachen? – Wozu? / Es ist doch so, laut EMNID folgt für 44% / aller Bundesbürger auf den Tod das Nichts. / Von denen völlig zu schweigen, für die nach dem Nichts / gleich der Tod kommt – / Hab leider vergessen, was ich damit eigentlich / aussagen wollte, achja: / Wer das kapiert hat, / den versteht bald keiner mehr.

Elberadweg

Fähre Breitenhagen Kirschen

Einkaufszentrum Randau Soljanka

Am Donnerstagabend mit dem Regionalexpress nach Dessau. Speisen im Brauhaus Ratskeller. Gästehaus Übernachtung Plattenbau 7ter/11ter Stock für 16 € pro Person. Frühstück in der Kantine vom Bauhaus. Richtung Brambach oder Aken (wo die Frösche quaken). Fähre fährt auch da nicht, denn eben Breitenhagen. Mit letzter Kraft Storchennest Pretzien erreicht, Abendessen im Café Braun.

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Nach dem Frühstück den Planetenlehrpfad hoch bis zum Pluto, hinter Randau ab in die Steinzeit. Danach kurze Besichtigung Magdeburgs. Auch interessant: der Mittellandkanal über der Elbe. Etappenziel Schartau, Zimmervermietung Gensecke, Futtern im Gasthaus zur Sonne.

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Dritter und letzter Tag, ein letztes  Mal über die Elbe, kleiner Abstecher zum Rittergut Kehnert. Kurze Pause, River Cola. Wieder weiter, ein Paar Tropfen Regen, noch ’ne Soljanka, Natis Platten reparieren, Tangermünde Endstation und mit der Bahn nachhause Richtung Südkreuz.

Straße des 17. Juni

Bei der akustischen Umweltverschmutzung heutzutage kann es manchmal schon ganz schön sein, vier Minuten Ruhe zu genießen. Und statt den ganzen Muzak Scheiß aus dem Radio zieht man sich auch lieber was Anspruchsvolles rein. Je anstrengender es ist, einer Komposition zuzuhören, umso besser. Und dann gibt es da noch diese Veranstaltung an der TU seit fast 25 Jahren, wo man gemeinsam EM rezipieren und hinterher über die erlittenen Qualen diskutieren kann. Obwohl, schon damals habe ich mich nicht getraut, da hinzugehen.

Fix und Foxi sind fix und foxi

Da ist anscheinend mal wieder von ein paar unfähigen Managern ein Erbe durchgebracht worden. Fielleicht hat aber Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg diesmal Erbarmen, und kauft noch schnell ein Heft. Sonst stehen die schlauen Füchse auch bald auf der Straße und müssen von Hartz IV leben.

Happy Kadaver

Als stolzer Besitzer eines Personalkaufberechtigungsausweises finde ich es schon traurig. Nix mehr mit Schnäppchenmarkt und Schöner Shoppen bei Kackstadt. No more Living, Multimedia. Young Fashion SALE allerhöchstens ein letztes Mal. Hat mal wieder einer nicht die Miete gezahlt. Und die, die es trifft sind sowieso alle schon Pleite. So ist das also mit den Happy Digits. Wo wir gerade beim Thema sind – da findet sich auch was Passendes im Spam Ordner. Und wer noch nicht ganz vom Glauben abgefallen sind, kann heute zur Not eben bei so’ner komischen Prozession der Katholen mitmachen. Oder fielleicht doch lieber Wilson Pickett lauschen [via Blogwart Zonenklaus]:

POP-TIPP

Nat King Cole, Kanye West, 17 Hippies

Was der Berliner Musiker, Programmierer und Blogger El Fielitz zurzeit am liebsten hört.

El. Fielitz.
El. Fielitz.

Nat King Cole: Re: Generations (Capitol)
Die beste Neuerscheinung überhaupt. Ein bunter Reigen amerikanischer Künstler hat den alten Kamellen neues Leben eingehaucht. Herausgekommen ist dabei sowas wie eine Graffiti verzierte Wand, wo immer wieder der Meister um die Ecke lugt. Das knisterne „Lush Life“ läuft schon die ganze Zeit im Radio hoch und runter, bei „El Choclo“ geht’s Tangomäßig zur Sache und spätestens nachdem The Roots „Walkin‘ My Baby Back Home“ gerappt haben, weiß jeder was Sache ist. Eine tolle Sommerplatte.

Kanye West: 808s & Heartbreak (Universal)

Na gut, Mainstream-Klingelton Musik. Aber wie das so ist, z.B. auch mit Kinofilmen derlei Größenordnung: die Professionalität allein haut einen schon um, selbst wenn man normalerweise ganz andere Musik hört. Drums und Bass kommen knochentrocken, aber dennoch lebendig aus dem Computer. Streicher und sonstige Samples schwirren mit 32 bit/192 kHz über mindestens 128 Spuren. Vocal Pitch Transformer bis zum Anschlag und als Zugabe noch kreischende Teenies auf dem „Live Bonus Track“. Herzlichen Glückwunsch auch, der Künstler hat zufälligerweise heute Geburtstag!

17 Hippies: El Dorado (Hipster Records)

Mal wieder ein Gewinnspiel beim Tagesspiegel mitgemacht und ein paar Wochen später schon wird mir die neue Platte der Wilden 13 durch den Briefschlitz geworfen. Sogar handsigniert (eigentlich schade um das schöne Cover ;-). Ist schon gefühlte hundert Jahre her, daß ich die Truppe mal live gesehen habe, in der Westhafen Pinte beim Moabiter Großmarkt. Damals noch mit reinem Instrumental Programm. Die Stücke ohne Gesang gefallen mir auch hier am besten – „La Zona Drom“ und „Kaukapol“. Das ist natürlich Geschmackssache. Aber dieses melancholische Gesäusel bei „Adieu“ und „Solitaire“ kann einen schon fertig machen. Fielleicht besser in ein paar Monaten nochmal reinhören. Wenn’s wieder Winter wird, bei ’nem Glas Rotwein oder so.

Kick + Grill

kickerworldDer Ehemann von Annettes Schulfreundin hat Geburtstag und so fahren wir nach Spandau in die Kickerworld Berlin. Geplant sind 90 Minuten Fußballturnier, dann grillen. Als Erste spielen St. Pauli gegen Bayern München. Die Hamburger gewinnen zunächst, aber im Spiel danach gegen Barcelona lassen doch die Kräfte nach. Draussen regnet es die ganze Zeit, und so kommen die Sojawürstchen hinterher gebraten aus der Küche. Noch eine Runde Kicker und in Vorfreude auf den unvermeintlichen Muskelkater morgen geht es wieder heimwärts.