Kaputte Blumen

Der Monat geht mal wieder zuende und mir fällt eigentlich gar nichts ein, was ich in dieses Tagebuch hineinschreiben soll. Nun, der letzte Film den ich im Kino gesehen habe war ja auch nicht so umwerfend. Natürlich versteht Jim Jarmusch schon sein Handwerk (immer noch besser als die letzte Scheibe von den Rolling Stones, die natürlich auch ihr Handwerk verstehen), aber amerikanische Filme neigen ab einem gewissen Produktionsaufwand nun mal, in den Mainstream abzudriften. Dafür ist aber der Soundtrack wirklich gut. Holly Golightly wird jetzt bestimmt von der breiten Masse entdeckt (wird ja auch Zeit), und die äthiopischen Soul Nummern von Mulatu Astatke bohren sich auch ganz gut in die Gehörgänge.

Wählen gehen!

Bekanntlich findet ja am 18. September die Wahl zum dtsch. Bundestag statt. Bloß haben ja wieder viele Leute noch nicht mal die erste Lektion eines in einem demokratischen Landes lebenden Bürgers begriffen…
Ein witziges Computerprogramm (Eliza läßt grüssen…) im INTERNET soll da Abhilfe schaffen?
Also ich habe da kein Problem. Bei dem Parteienspektrum von Ziemlich Weit Links bis Ultra-Rechts steht ja der Entscheidungsfindung alles offen.
Während sich also die da in der Mitte am meisten zanken, gibt es meiner Meinung nach nur eine Alternative
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Talking Union

In Edes Salon gibt es mal wieder Handgemachtes. Musik natürlich und leckere Schrippen mit Leberwurst. Erstere diesmal von Judy Gorman aus Brooklyn und Manfred Maurenbrecher aus Wilmersdorf; letztere von seiner Frau Evi.
M.Maurenbrecher und Judy Gorman teilen sich also heute die Bühne und bringen ihre „message“ gut ‚rüber. Maurenbrecher ist live schon toll z.B. mit seiner lapidaren Beschreibung der Gegenwart am Beispiel des Hippies, der nach 30 Jahren in die Kleinstadt wiederkommt wo er aufwuchs und seine Roots (Auch die Schuhe…) immer noch hat, aber nichts begriffen hat bzw. eigentlich doch ein ganz normales reaktionäres Arschloch ist. Und natürlich die Klassiker: „Hafencafé“ und die deutsche Version von „Sail away“ (im Original von Randy Newman).
Bei Judy Gorman wird es noch ein bisschen politischer. In erster Linie geht es um den Frieden in der Welt und die Rechte der Arbeiter wie sie schon vor über einem halben Jahrhundert eingefordert wurden (und nun wieder mal am schwinden sind). In den 80ern hätte man das ja als billige SEW Propaganda abtun können aber heutzutage mit Hartz-4 und den ganzen Scheiß ist das nicht mehr so einfach. Da heißt es eher: mitkämpfen und nicht den Dumpfbacken von der PDS allein das Feld überlassen (schon vonwegen deren schwulen- und ausländerfeindlichen Populismus)!

Birthday

Naja, wiedermal Geburtstag und keine Lust zu feiern.
Nu sind aber lauter nette Leute gekommen und deshalb
werde ich mir jetzt einfach ein paar Biere hinter die
Binsen kippen. Morgen geht es mir wahrscheinlich noch
schlechter – aber so ist das Leben…
Hausmusik

Thomas Bernhard hätte geschossen

Die Wühlmäuse am Theo. Georg Schramm tritt mit neuem
Programm auf. Das ist sowieso einer meiner Lieblings-
kabarettisten. Gerade die verschiedenen Rollen, in die er
mit Sakko, Brille und passenden Dialekt mal eben schlüpft,
sind schon Klasse.
Die Themen sind natürlich die aktuellen Kriege auf unserer
Welt (bei Oberstleutnant Sanftleben bleibt einem wirklich
das Lachen im Halse stecken), die ganze Sozialmisere – eine
moderate Kreditfinanzierung verbunden mit einer modernen
Form der Euthanasie bei Arbeitslosen könnte ja schon mal
die Rentenkassen entlasten…
Jetzt im Wahlkampf wird wieder der Ossibär rumgeschickt.
Das sorgt für Stimmung und Stimmen. Dabei zeigt ein kleiner
Blick auf die Realität, dass die Angleichung der Lebens-
verhältnisse in Ost und West sehr wohl vorangekommen ist:
Im Villenviertel West haben sie um 28% zugelegt und im
Osten um 86%.
Entsprechend kommen sich die Leute in den Armenghettos
auch immer näher, die im Osten haben in den letzten zehn
Jahren 20% weniger und die im Westen sind mittlerweile 50%
ärmer.
Das „scheue Reh des Kapitals“ kriegt auch noch seinen Senf ab,
während die ganze Pharmamafia an die Wand gestellt gehört.
Vielleicht haben ja ein paar im Publikum wieder an den
falschen Stellen gelacht. Aber ein bischen hat dann wohl
doch Th.B. durchgeschienen.

Rhythm Is It!

Habe heute mal wieder einen richtig guten Film gesehen.
Wenn man tagtäglich nur Schwachsinn um sich herum sieht,
dann kann es sehr befreiend sein, den wahren Sinn des
Lebens erklärt zu kriegen. Genau darum geht es, und dass
das ganze in Berlin spielt, passt auch irgendwie!
Vielleicht bekommen ja bloss 250 Schüler mal eine Chance;
über die scheinbar überforderten Lehrer werde ich hier mal
keinen Kommentar ablassen – aber das ist ja schon mal ein Anfang…
Genug gelabert, vielleicht doch lieber selber besser machen!
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Das Firstload Usenet

Was ganz neues: die Spammer entdecken das Internet!
Worum es in erster Linie geht, wird auch sehr schön ausgedrückt:
1. Kostenlos anmelden!
2. Firstload Software downloaden
3. Gewuenschte MP3’s, Filme, Programme etc. im Usenet suchen und finden
4. Den Stoff saugen und geniessen
Klingt ja wirklich nicht schlecht – wenn man davon mal nicht süchtig wird…

Netzschaltung

Ein sehr schönes Denglish kommt heute mit dem Newsletter meines Router-Herstellers ‚reingeflattert.
Da lese ich also:

Themenüberblick:
„1. WGPS606 druckt, switcht und bridged“

Da aske ich mich: ob der auch printen kann?

news.conrad.de

Passend zur Hitze kann man sich beim Elektrorödelversand
ca. 9 Zoll Erfrischung holen, bis der Kopf osszilliert:


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Nun frage ich mich, wie wohl die Wahlwiederholung funktioniert?

Jello Biafra and the Melvins

melvins.jpg
Wohl eines der wichtigsten Konzerte dieses Jahres. Zum Glück habe ich Karten im Vorverkauf erworben, denn die Veranstaltung ist natürlich wie zu erwarten war, restlos ausverkauft. Vor dem Kesselhaus ein bischen Gedränge, wo jeder erstmal an drei Ordnern vorbei muß. Zum Glück kommen wir aber doch noch rechtzeitig in die Halle, wo als Vorgruppe „Fantômas“ ihren schön vertrackten Noise-Rock zum Besten geben. Das hat echt Klasse, ich bin mir nur nicht sicher, ob das Publikum auch an den richtigen Stellen applaudiert, denn meiner Meinung sind da auch ein paar längere Stücke im Programm, wo eben auch mal eine ruhige Passage vorkommt. Naja, egal – Eine kleine Gitarrenstimmpause der Roadies und weiter geht’s! Buzz Osborne an der Gitarre darf heute natürlich zwei Schichten schieben…
Gleich als zweite oder dritte Nummer kommen schon die sehnlichst erwarteten Klassiker: „When ya get drafted“ und „California Uber Alles“. Letzteres natürlich mit aktualisiertem Text, Arnold Schwarzenegger ist ja auch wie geschaffen, parodiert zu werden. Ein paar Kommentare auch zu politischen Lage in Deutschland: Unsere womöglich baldige Regierungschefin kann man wohl als Maggie Thatcher und Helmut Kohl in einer Person bezeichnen. Und jetzt kommt der Meister erst richtig in Schwung. Er wirkt wirklich wie früher voll präsent und ist sich selbst für ein paar Stagediving-Einlagen nicht zu schade! Am Schluß gibt es noch drei Zugaben (inklusive „Holiday In Cambodia“) und dann ist doch Schluß und es leert sich langsam die Halle – gerade wo es am Besten wurde, aber das ist wohl auch gut so.
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