listentothis.mp3

Hier ganz exklusiv ein kurzer Ausschnitt der vorgelesenen Aktienspam, die anscheinend seit heute weltweit verschickt wird:

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Land des Überflusses

Konfuzius
Auf der Suche nach der besten Nudelsuppe in dieser Stadt und dem Hunger wegen musste natürlich heute mal diese Adresse neben dem Supermarkt angesteuert werden. Auch wenn die Genossen daheim im fernen Asien wohl noch ein paar Jahrzehnte brauchen werden, um dem angestrebten Wohlstand oder gar einer Demokratie näher zu kommen, vom Essen her gesehen sind uns die Chinesen tausend Jahre voraus. Und mit Stäbchen schmeckt das sogar besonders lecker.

Schiefkörper

Je eleganter die Beschreibung von irgendwas sein kann, desto hyperkomplexer sind ja meistens die Rechenregeln, mit denen man hantieren muß. Im dreidimensionalen Raum ist zum Beispiel die Rotation nichts weiter als eine Hintereinanderausführung von Drehungen. Zur Veranschaulichung werden hierzu ganz einfach die Quaternionen multipliziert. Eine Vertauschung der Faktoren kann allerdings böse Folgen haben. Andererseits gelangen wir, ohne gar bremsen oder auskuppeln zu müssen, schnell mal per Konjugation auch in den Rückwärtsgang. Was vielleicht manchmal auch ganz praktisch sein mag. Theoretisch jedenfalls.

Motherless Child

Der Amokläufer auf dem Arbeitsamt ist zwar für den obligatorischen Tatort-Toten verantwortlich, und Lena Stolze spielt bis zur geglückten Flucht auch ganz passabel die gestresste Geisel. Es passiert auch noch ein Bankraub und die Darstellung der Ausweglosigkeit vonwegen „Never promised you a Palmengarten“ mitsamt Selbsttötung der tragischen Gestalt ist schließlich auch vorhersehbar.
Im Grunde ging es aber bei diesem Tatort (in der Regie von immerhin Margarethe von Trotta) noch um eine ganz andere, viel spannendere Geschichte. Räubertochter Ronja sucht eine Freundin, doch das unsichtbare Mädchen von gegenüber kommt partout nicht zum Ballspielen gekrochen. Rabenmutter Winterberg versäuft derweil den Hartz-IV-Satz, und wo das Jugendamt versagt hat, gehen Charlotte Sänger und Fritz Dellwo mal nebenbei der Sache auf dem Grund. Und die schreckliche Wahrheit von Kindesmisshandlung kommt so dann auch am Ende ans Licht.

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Aquaristik

0722.jpgWie jeden zweiten Sonntag im Monat ist heute mal wieder Fischbörse in der herbstlich sonnigen Gropiusstadt. Für einen Obolus von 50 Pfennig darf man im „Haus der Mitte“ den Züchtern in die Becken gucken. Und damit das hübsche Guppymännchen zuhause nicht so einsam ist, kriegt es drei eher unscheinbare Guppyweibchen mitgebracht. Ist doch schon ein interessantes Hobby, für welches man seine kostbare Freizeit so opfert.

Googol

61 Milliarden von Suchanfragen multipliziert mit ein paar mehr oder weniger stimmigen Antworten sind im Grunde genommen nichts im Vergleich zur Anzahl der Atome im Universum. Aber solange die Werbekunden und vor allem die Aktionäre zufrieden sind mit dem Ergebnis, braucht auch keiner mehr irgendwelche Erbsen zählen. Oder gar die Trefferquote hinterfragen. Hier geht es doch nur noch um rational fassbaren Irrsinn. Und wie sich das Internet letztendlich messen lässt. Wenn auch nicht mit brauchbarem intelligenten Resultat. Das wäre denn wirklich zuviel verlangt.

Wer das hier liest, ist doof

Nur mal so als Ergänzung zu meiner gestrigen ellenlangen pseudophilosophischen Abhandlung habe ich heute einen kleinen Artikel aus der Zeit verlinkt. Im wesentlichen (NDR: Wesentlichen) geht es da um die plappernde Biomasse in der globalisierten Gesellschaft, modellhaft beschrieben als kybernetischen Organismus.
Meiner besch. Meinung nach dient das ganze Geschriebsel ja wohl nur dem einzigen Zweck, die darin unvermeintlich nihilistische Kernaussage letztendlich wieder zu relativieren. Ist mir aber auch egal.

Hoher Bogen

Wenn man so abends von der Fußgängerbrücke auf diese Stadt schaut (O-Ton: Ernst Reuter), dann sieht man zum einen den Funkturm und macht sich andererseits Gedanken, was noch so Sache ist. Meistens fehlt einem doch immer das Hintergrundwissen. Zum Beispiel wusste ich bis heute nicht, wer Harri Wuttke ist. Oder was mir sonst so an Bewegung fehlt. In Sachen Leibesertüchtigung ist da ja schon mal ein Sportverein ganz nützlich. In diesen Zeiten, wo die Interessenverbände mit immer härteren Bandagen kämpfen, muss man da schon Stellung beziehen. Und kämpfen. Wenn auch nicht immer unbedingt um den ersten Platz. Dabei sein ist alles.

Nachtgeflüster

Der Tote im Auto war Streifenpolizist Martin Krauss. Der lebte getrennt von seiner Frau, hat die junge Kollegin geschwängert, huldigte dem Alkohol und Glücksspiel in der Dönerbude. Beim Nighttalk von Melissa Morgenstern hat er auch mal angerufen. Jetzt tut das dafür sein vermeintlicher Mörder. Eigentlich will Praktikant Hendrik nur der Moderatorin nahe sein. Und die Programmchefin die Quoten retten. Ballauf macht derweil Überstunden bis zum Dienstjubiläum. Schenk läßt sich illegal CDs brennen. Am Schluß noch ein halbherziger Showdown auf dem Dach der Radiostation und als Zugabe die Feier mit geschwenkten Feuerzeugen. Was sonst noch zwischendrin alles passiert ist, habe ich irgendwie nicht ganz mitbekommen, wahrscheinlich weil ich bei diesem Tatort fast eingeschlafen bin.

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Mykologie

MaronenröhrlingAußer dem wundervollen Exemplar dieses leckeren Speisepilzes mit der stattlichen Größe von knapp 2 cm schiessen im Grunewald derzeit auch viele gemeine Kartoffelboviste aus dem Boden, es grüßt der Fliegenpilz und die Stinkmorchel macht ihrem Namen alle Ehre.
Die gesammelten Maronen- und Butterröhrlinge liegen derweil schon fein zerkleinert auf dem Heizkörper zwecks eingeleiteter Haltbarkeitsprozedur für späteren Verzehr. Vielleicht wäre es auch noch ratsam gewesen, vorher die Haut vom Hut abzuziehen um den Caesium-137 Gehalt wenigstens ein bisschen zu verringern.