Mensch Meier

Immer mal wieder morgens dasselbe Theater. Volle U-Bahn und zu allem Überfluss müssen auch noch zwei Knallköppe von der GSE mitfahren. Sobald der Zug sich in Bewegung gesetzt hat, ist der auswendig gelernte Spruch zu vernehmen. Sodann drängelt einer der beiden ans andere Ende des Waggons, während die meisten Fahrgäste schon anfangen, brav ihren Fahrschein zu präsentieren.

Seltsamerweise wird der Shvartsfahrer als Schmarotzer der Gesellschaft angesehen. Während die BVG Millionen in dubiosen Immobiliengeschäften verpulvert und die S-Bahn mit ihren Einsparungen den öffentlichen Nahverkehr fast zum Erliegen bringt, funktioniert der kleinbürgerliche Gehorsam wie eh und je. Sogar ohne die preußisch-blauen Uniformen, denen früher wenigstens Respekt gezollt werden musste.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Gedichte von mir ca. 1981

Nachtrag: Was aktülles aus Frankreich zum leidigen Thema ist beim Schockwellenreiter nachzulesen.

Ein Gedanke zu „Mensch Meier“

  1. Diese Kontrolletties arbeiten auf Kopfgeldbasis und kontrollieren deshalb öfters einzeln die Waggons. Da kann sie jeder voll auflaufen lassen, denn sie müssen mindestens zu zweit auftauchen, sonst nix Fahrschein!
    Der vorauseilende Gehorsam vieler Mitfahrer kotzt mich immer an, ich lasse grundsätzlich den ersten auflaufen, da ich das „Konfirmationsphoto“ auf seinem Dienstausweis nicht erkenne. Nebenbei suche ich natürlich ganz fleißig meinen Fahrschein. Auch muss man nicht aussteigen, kurz vor Abfahrt findet sich natürlich der Schnipsel immer an. Außerdem sollte man den noch gültigen Fahrschein später auch weitergeben.
    Lustig kommt auch das Spielchen rüber, wenn man mit einem Kumpel die beiden äußeren Türen entert und bei Abfahrt in den Wagen brüllt: „Bitte die Fahrausweise!“, anschließend trifft man sich an der Mitteltür…
    Na denne, jute Fahrt!

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