Chumbawamba

Im Vorprogramm klampfen uns Bettina und Nadja feministische Lagerfeuersongs im Tracy Chapman Sound. Jedenfalls ist das versammelte lila Latzhosenpublikum dem alter-naiven Singsang anscheinend gar nicht mal so abgeneigt.
Auch die Hauptband des Abends kommt heute Abend unplugged daher, aber dafür wenigstens gleich zu fünft. Der mehrstimmige Satzgesang nicht von schlechten Eltern, prima Arrangements und nette Ansagen (auf Deutsch). Damit auch alle wissen, worum es geht. Eben anarcho-syndikalistischer Agitrock im akustischem Gewand.
Auf dem Heimweg soll uns nach dem ganzen theoretischen linksradikalem Diskurs die Realität aber ein noch viel eindrucksvolleres Bild unserer Gesellschaft liefern. Im U-Bahn Waggon streiten zwei Kampflesben mit einem durchgeknallten dunkelhäutigen Macho. Da erstere sich die Pöbeleien des angetrunkenen Arschlochs nicht gefallen lassen und letzterer sich immer mehr in seiner Ehre gekränkt sieht, eskaliert die Situation zunehmend. Irgendwann hilft nur noch die Notbremse und unsere Weiterfahrt wird gezwungenermaßen vom Einsatz der schwarzen Sheriffs um genau die Dauer verzögert, die ausreicht, den Anschluß zur letzten U4 zu verpassen. Scheiß BVG.

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