Die Unsichtbaren

Mit Freikarten von die Zeit mal wieder ins Ku’damm Kino an der Uhland. Themenabend gestern: Hanni und Nanni wollen nicht nach Auschwitz. Die vorderen Sitzreihen sind leider schon reserviert für Regierenden und sonstige Wichtigkeiten. Nach kurzer Einleitung der Intendantin des RBB geht es auch gleich los. Der Streifen schafft gerade so den Spagat zwischen Schnarchdokumentation und Schmusdramolett dank der Mitwirkung von so bewährten Darstellern wie Florian Lukas, Maren Eggert und Robert Hunger-Bühler. Außerdem Andreas Schmidt in einer seiner letzten Rollen. Nach dem Abspann kriegt Oma Lévy auch noch das Mikrofon in die Hand gedrückt, wobei die 90-jährige fast lebendiger wirkt als Interviewer und Regisseur zusammen. Zu dem pädagogischen Gedöns von wegen Gefahr des Antisemitismus in der heutigen Zeit empfehle ich denn auch lieber ganz unorthodox die Kippah auch mal abzusetzen. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte ihren Rabbi oder sonstigen selbst gewählten Hohepriester.

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Unsichtbaren_–_Wir_wollen_leben

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/ard-film-ueber-hanni-levy-ich-war-da-ich-war-blond-ich-war-berlinerin/23869750.html

Alle Jahre wieder …

So wie 2015, 2016 und 2017 klicken wir natürlich auch 2018 wieder aus lauter Langeweile jedes Gewinnspiel im Internet und wundern uns hinterher über die viele Spam im Elektrobriefkasten – hier eine kleine Auswahl:

Rama Lama Fa Fa Fa

Wenn Rockmusiker nach 50 Jahren immer noch den Larry raushängen lassen, kann das bisweilen peinlich oder einfach nur langweilig sein. Bei Wayne Kramer, dem letzten Überlebenden der legendären MC5 ist das aber beileibe nicht der Fall. Dafür hat er natürlich auch großartige Musikanten um sich gescharrt, die selbst zwei-Akkord-Songs zu genialen Momenten kristallisieren lassen. Eine abwechslungsreiche fast zweistündige Show, und aus Trumps/GMs kaputtsanierten Motor City wird kurz nochmal Motown.

Setlist
Interview laut.de

rediR ysaE

Die Chefin wäre gern in die Freddy’s Böhmische Raps-odie gegangen, während meinereiner eher den Suspiria-Horror-Seufzer präferierte. Zum Glück können wir uns dank des Kinotipps von meiner Keule auf 25 km/h einigen.
Der Streifen ist natürlich sowas von klischeebelastetes Roadmovie. Alles schon mal dagewesen, jede Menge platte Witze meist unter der Gürtellinie, ausgewalzt über zwei Stunden inklusive Beziehungsdrama und unvermeidlicher Midlife-Crisis.
Glücklischerweise ist das aber so gut inszeniert und klasse gespielt, dass der Film ehrlich Spaß macht. So ungefähr wie ein Tischtennisspiel bis 11, voll gedopt mit Bier und Schnaps und Knackwürste.